SPIEL 2014 – Für Euch probegespielt

Eure Windgeflüster-Redaktrice und GFR-Chronistin hat sich dieses Jahr für Euch ins Getümmel der Essener Spielemesse gestürzt und das eine oder andere ausprobiert! Hier kommen die Rezensionen für alle, die noch was Neues für den nächsten Spieleabend suchen.

Faras
Hersteller: Granna
Spieler: 2-5
Alter: ab 6
Spieldauer: ca. 30 min

Kombiniert das klassische Memory-Spiel mit Taktik und etwas Kartenglück. Die Spieler sind Archäologen an einer Ausgrabungsstätte. Wie normale Archäologen wissen sie nicht wirklich, was sie finden werden: Zu Beginn darf man sich die Karten kurz anschauen, dann werden sie umgedreht. Nun zählt das beste Gedächtnis: Wo liegen passende Paare? Je mehr Karten verschwinden, desto schwieriger wird es, sich zu erinnern, wo noch etwas Brauchbares zu finden ist. Denn unter einigen Karten lauern giftige Skorpione. Mit den eigenen Handkarten kann man seine Punkte verfielfachen, aber auch dafür muss man erst mal die richtigen Sachen ausgraben.

Fazit: Interessante Idee, schnell gespielt. Memory-Fans sind klar im Vorteil!

Venezia 2099
Hersteller: Piatnik
Spieler: 2-5
Alter: ab 8
Spieldauer: ca. 45 min

Was die Venezianer schon lange fürchten, tritt in diesem Spiel ein: Venedig versinkt in der Lagune. Vorher gilt es, noch zu retten, was zu retten ist: Kostbare Kunstgegenstände warten darauf, geborgen zu werden. Dabei gilt die klassische Warenverknappung: Je weniger farblich passende Stadtteile am Ende noch existieren, desto wertvoller werden die eigenen Objekte. Man muss also genau überlegen, was sich zu retten lohnt. Außerdem drohen nasse Füße, während die Stadt um einen herum untergeht. Die Spieler haben nur begrenzte Möglichkeiten, ihre Figuren per Gondel zu retten, während das Wasser nach jedem Beutezug steigt.

Fazit: Clever. Hier sind vorausschauendes Planen und Taktik gefragt. Macht Spaß!

Crazy Circus
Hersteller: Asmodee
Spieler: 1-10
Alter: ab 8
Spieldauer: ca. 20 min

Was wegen der klobigen, bunten Figuren auf den ersten Blick wie ein Spiel für die ganz Kleinen aussieht, entpuppt sich als Knobelspiel für Logikfans. Drei Zirkustiere – Elefant, Eisbär und Löwe – müssen für ihr Kunststück auf- und nebeneinander platziert werden. Dies darf nur durch festgelegte Befehle geschehen. Man zieht Karten, die festlegen, wie es am Ende aussehen soll. Und dann geht es auf Zeit: Wer zuerst die korrekte Reihenfolge der Befehle nennen kann, gewinnt die Runde.

Fazit: Ein Zirkus für Gehirnakrobaten und Freunde von Logikspielen.

Sushi Dice
Hersteller: Sit Down!
Spieler: 2-6
Alter: ab 6
Spieldauer: ca. 15 min

Ein Spiel für ganz Schnelle! Sushi-Platten müssen farblich passend erwürfelt werden. Und zwar flott, denn nach dem Duell-Prinzip würfeln immer zwei Spieler gegeneinander. Während man hektisch die eigenen Würfel auf die passenden Symbole checkt, muss man noch ein Auge aufs Gegenüber haben, ob man den anderen vielleicht beim Würfeln ausbremsen kann. Denn wenn der Totenkopf fällt, muss man von vorne loswürfeln – aber nur, wenn’s der andere auch merkt! Damit die umsitzenden Mitspieler sich nicht langweilen, haben auch sie auf die Totenköpfe zu achten, denn bei Doppelfehler sind beide Duellanten fällig …

Fazit: Ein schnelles Spiel für Hektiker! Macht nach durchspielter Nacht garantiert wieder hellwach.

Co-Mix
Hersteller: Horrible Games/Heidelberger
Spieler: 3-10
Alter: ab 8
Spieldauer: ca. 30 min

Comics selber machen – bei diesem Spiel braucht man dafür nicht mal zeichnerische Fähigkeiten. Aus vorgegebenen Motiven müssen die Spieler ihre eigenen Geschichten zusammenstellen und erzählen. Das Thema wird vorgegeben, dann zählt die eigene Kreativität. Wie gut die eigene Leistung war, bewerten die Mitspieler. Hierbei wird’s etwas kompliziert, weil man Punkte entsprechend Idee, Plot, Gefühl usw. vergibt – da kann man schon mal ins Schleudern kommen, wer nun was verdient hat. Außerdem läuft die Zeit mit – für den langsamsten Comic-“Zeichner“ gibt’s einen Strafpunkt. Längere Geschichten über mehrere Runden zu erzählen ist möglich.

Fazit: Erzählspiel für Bildchenfreunde und Improvisationstalente. Auf jeden Fall schön bunt.

Pandemic: Contagion
Hersteller: Z-Man Games
Spieler: 2-5
Alter: ab 13
Spieldauer: ca. 30 min

Die Menschheit ausrotten – das ist das Ziel der Spieler, die hier Viren darstellen. Der Weg dorthin: Städte infizieren und aulöschen, je mehr, desto besser. Die Regeln sind schnell erlernt, der Einstieg ins Spiel daher rasch und unkompliziert. So kann man das eigene Virus durch Mutationen verbessern, um mehr Leute anzustecken oder sich vor den Gegenmaßnahmen der WHO zu schützen. Auch gemeinsames Inifzieren derselben Stadt ist möglich, doch Vorsicht ist geboten, denn dieses Kartenspiel ist nicht kooperativ und nur das beste Virus gewinnt.

Fazit: Ansteckend!

Quizduell – Das Spiel
Hersteller: Ravensburger
Spieler: 2-6
Alter: ab 12
Spieldauer: ca. 30 min

Wenn ein Spiel als App sehr erfolgreich ist, geht der Trend ja seit Neuestem dazu, es auch als Brettspiel herauszubringen. So erging es auch dem erfolgreichen Quizduell, das nach seinem Gastauftritt im Fernsehen nun bei Ravensburger als Brettspiel erscheint. Die Pappversion bemüht sich, die Elemente des digitalen Originals nachzustellen, von der Kategorienauswahl bis hin zur Erstellung eigener Avatare. Wirklich gelungen ist die Transformation zum Familienspiel jedoch nicht – für den heimischen Spieletisch gibt es bessere Wissensspiele.

Fazit: Überflüssig.

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Die FeenCon 2014 – aus der Sicht eines Gelbshirts

Man kennt das von Star Trek: Die Redshirts sind immer die, die als Erste sterben. Aber sie sind auch diejenigen, die irgendwie für alles zuständig sind! Egal, was es zu reparieren, herauszufinden, zu konstruieren oder aufzuräumen gibt – immer muss ein Redshirt es erledigen.

So ähnlich verhält es sich auf der FeenCon mit den Leuten in den gelben T-Shirts. Für alles zuständig und allzeit bereit, sorgen sie im Hintergrund dafür, dass die Con reibungslos abläuft (allerdings ohne dabei, außer bei der Zombiekalypse, zu sterben). Anlass genug, die Con mal durch die Augen eines Gelbshirts zu betrachten!

Freitag

Die Stadthalle – Ort deutscher Geschichte, und äh, eher langweiliger Innenausstattung. Also her mit der Con-Deko! Verkaufsstände und mittelalterliche Zelte zwischendrin sorgen für Stimmung. Für Pen & Paper braucht man sowieso vor allem Fantasie, also ist das Wichtigste: Stühle schleppen und Tische aufbauen für die Spielerunden. Viiiiele Tische. Wenn man es hinbekommt, keinem der anderen Helfer mit dem schweren Rollwagen über die Füße zu fahren – die Sanitäter kommen erst morgen – ist die Hälfte schon geschafft.

Natürlich gibt es einen Aufbauplan. Den hoffentlich einer der Beteiligten kennt. Und möglichst auch verstanden hat. Oder zumindest fast. Hält man ihn nicht doch andersrum? Aber zum allgemeinen Erstaunen steht am Ende dann doch alles so, wie es soll.

Zeit, sich ein wenig zu entspannen.

Außer natürlich, ein Zulieferer schlampt und vergeigt die pünktliche Anlieferung dringend benötigten Materials! Die Gelbshirts eilen zur Rettung und am Ende selbst zum Lager. Die erste Con-Katastrophe ist damit schon mal abgewendet.

Samstag

Schon vor Türöffnung sitzen die mehr oder weniger ausgeschlafenen Gelbshirts bereits an Ort und Stelle, falls sie nicht noch irgendwas durch die Gegend tragen oder aufbauen. Draußen vor der Tür bildet sich die Schlange zum Einlass.

Alles bereit? Egal, 10 Uhr – es geht los! Der hereinstürmenden Menge werden fleißig Begrüßungstaschen in die Hand gedrückt. Die ersten erreichen den Infostand. Die häufigste Handbewegung dieses Wochenende? „Wo geht es zur Spielerundenverwaltung?“ – Handwedeln nach rechts. „Wo trägt man sich für die Spielrunden ein?“ – Handwedeln geradeaus. Und auch sonst wissen wir auf (fast) alle Fragen eine Antwort.

Aber die meisten Spieler finden dank unserer guten Vorbereitung von selbst ans Ziel. Jetzt heißt es vor allem, Räume für Workshops und Lesungen vorzubereiten. Trotz regelmäßiger Temperaturrekorde am Con-Wochende ist uns dank eifrigen Wasserschleppens bislang noch kein Autor verdurstet. Und wenn man dann mit großen Namen wie Wolfgang Hohlbein und Markus Heitz ganz persönlich in Kontakt kommt, hat sich der Einsatz als Gelbshirt wieder mal gelohnt!

Ach ja, Lesungen. Viel Zeit, selbst zuzuhören, hat man leider nicht. Hier und da hat aber auch ein Gelbshirt mal eine Stunde Freigang. Wie wäre es dann z.B. mit einem unterhaltsamen Rollenspiel-Poetry Slam? Wunderbar und erschreckend zugleich ist es, wenn man sich in Texten wie David Grashoffs „Ein Tag aus dem Leben eines Rollenspielers“ selbst wiederfindet. Aber genug gelacht, nun schleunigst zurück an die Arbeit!

Zwischenzeitlich sind Künstler nicht aufgetaucht, die zugesagt haben, dafür andere erschienen, die eigentlich abgesagt hatten. Also Umbau, Stühle schleppen, Tische zuweisen. Platz ist in der kleinsten Ecke, wir haben noch jeden Zeichner und Autor angemessen untergebracht. Nur nicht schlapp machen, die Nacht ist noch lang… Aber dafür gibt’s ja glücklicherweise den Nachtdienst. Irgendwann fallen die meisten Gelbshirts völlig erledigt auf ihr Lager, während ein tapferer „Nacht-Oger“ die Stellung hält, um verirrte Rollenspieler auch um 2 Uhr früh noch in die richtige Richtung zu schicken. Die häufigste Handbewegung in der Nacht? Gilt der Richtung zur Toilette.

Sonntag

Früher wurden am Sonntagmorgen die Zombies, äh, übernächtigten Rollenspieler traditionell mit dem schönen Stück „Auferstanden aus Ruinen“ aus dem Schlummer gerissen (passt so schön). Diesmal muss es „Pink Panther“ tun. Während die Besucher in Richtung der Waschräume und unserer neuen Warmwasserduschen torkeln, sind die Gelbshirts schon wieder im Einsatz, um die Schlafräume wieder nutzbar zu machen. Schließlich steht noch ein ganzer Contag bevor! Also Stühle schieben und Tische schleppen, da hat man ja noch Übung drin. Am Infostand werden nun schon die ersten Fundsachen nachgefragt, im Eifer des Gefechts kann ein Held ja nicht alles im Auge behalten. Vergessene Taschen, Laptops, Hüte werden an die erleichterten Besitzer ausgehändigt.

Noch etwas ganz anderes geht Sonntag ebenfalls verloren. Wir haben eine Premiere: Zum ersten Mal in 25 Jahren FeenCon müssen wir die Eltern eines Kindes ausrufen lassen, dessen Familie verschütt gegangen ist. Aber die Sache ist schnell erledigt, kurze Zeit später wird der Kleine schon wieder eingesammelt. Happy End am Nachmittag.

Zwischen dem Plakatekleben ein kleiner Ausflug ins Außengelände. Uh, Sonnenschein! Was jeden Vampire-Larper sofort zu Staub zerfallen lassen würde, freut die Zombiecalypse-Veranstalter. Also ein kurzer Blick aufs untote Treiben – gar nicht so einfach, den fiesen Gehirnliebhabern zu entkommen!

So unähnlich den taumelden Zombies sind die Gelbshirts nach drei Tagen Plackerei auch nicht mehr. Aber das große Finale kommt noch. Während sich die Con ihrem Ende und Höhepunkt, der großen Versteigerung, nähert, beginnt im Hintergrund schon das Auf- und Abräumen. Die mühevolle Arbeit der letzten Tage muss rückgängig gemacht, die Stadthalle wieder in Grundstellung gebracht werden. Alles einräumen, abhängen, zusammenstellen, verladen. Wenn der letzte Besucher das Gelände schließlich verlassen hat, wird noch reichlich geschleppt. Kisten von Zeug wandern in den LKW (möglichst ohne versehentlich einen müden Helfer mit einzupacken), und wenn die Türen an der Laderampe sich schließen, fahren die tapfersten Gelbshirts noch mit zum Lager, um den ganzen Krempel wieder auszuladen, was noch bis halb 11 dauern wird. Wenn man dann schließlich ins Bett fällt, träumt man noch lange, lange von der FeenCon und schleppt nächtens Tische und Stühle durch die Gegend… doch das ist egal. Wenn es den Besuchern gefallen hat, hat sich die Arbeit der Gelbshirts gelohnt. Und nächstes Jahr werden sie wieder da sein – immer im Dienst und allzeit bereit!

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FeenCon 2014 – die Presseschau

25 Jahre FeenCon haben wir am Wochenende des 19. und 20. Juli gefeiert! Das Wetter war heiß, die Besucher zahlreich, die Stimmung gut.
Wie die Jubiläumscon bei Besuchern und Ausstellern ankam, erfahrt Ihr in unserer kleinen Presseschau:

  • Teilzeithelden hat einen ausführlichen Artikel zum Jubiläum veröffentlicht.
  • Orkenspalter-TV stellt in der FeenCon-Ausgabe seiner Late Nerd Show neue Spiele vor und besucht das „Battlefiel Bielefeld“.
  • Im Videoblog des Uhrwerk Verlags werden u.a. deren Neuerscheinungen vorgestellt.
  • Auf jcgames findet sich ein sehr kurzer Kurzbericht zur FeenCon.
  • Auch die Vorberichterstattung des General-Anzeigers Bonn ist noch aktuell.

Habt Ihr noch andere Links zu FeenCon-Berichten? Dann her damit!

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